Die Craniosacrale Osteopathie

Diese Therapieform wurde von W.G.Sutherland, ein Schüler Stills entwickelt.
Hauptstrukturen dieser Betrachtungsweise sind der Knöcherne Behälter (Schädel, Wirbelsäule und Kreuzbein), die Hirn- und Rückenmarkshäute und
Das Wasserbett (Gehirn-und Rückenmarksflüssigkeit) mit dem darin liegenden zentralen Nervensystem (Gehirn und Rückenmark).

Die einzelnen Gewebe werden auf ihren Spannungszustand untersucht und auf ihren Ausdruck im Craniosacralen Rhythmus.

Dieser Rhythmus ist von verschiedenen Faktoren abhängig, die in der Praxis bewertet und im Falle einer gestörten Funktion behandelt werden müssen.

Wie kann eine Craniosacrale Problematik entstehen?

z.B. durch

  • Vergangene Hirnhautentzündungen Elastizitätsverlust
  • Generell Zustände nach Entzündungen.
    Meist sind überstandene Gewebeentzündungen mit einem Elastizitätsverlust verbunden und können so den Bewegungsausdruck eines Gewebes und damit die Homöostase (das gesunde Gleichgewicht) stören
  • Wirbelblockierungen die schon längere Zeit bestehen und
    durch anhaltende Reizung eine Gewebefixierung (insbesondere eine Gleitbewegung des Nerven im Wirbelloch) verursacht haben
  • Stürze auf das Gesäß können die Beweglichkeit des Kreuzbeins
    einschränken und damit die Membran unter starken Zug bringen
  • Stürze auf den Rücken
  • Geburten können einen starken Zug auf das Kreuzbein der Mutter
    verursachen (zur schnelleren und besseren Regeneration der Gewebe ist eine osteopathische Behandlung immer von Vorteil)
  • Schleudertraumen können das gesamte System in allen Komponenten empfindlich stören
  • Stürze oder Schläge auf den Kopf (diese können auch schon Jahre zurückliegen und erst beim zusammentreffen mehrerer Faktoren als Problem erscheinen)
  • Anhaltender beruflicher/sozialer Stress
  • Schwere überstandene Erkrankungen
  • Geburtstraumatisch z.B. Zangengeburten, Lageanomalien wie Steisslagen u.a.
  • Langes fast unbewegliches Sitzen (besonders im Auto) verursachen häufig Kompressionen im Kreuzbein und damit verbundene Bewegungseinschränkungen der gesamten Wirbelsäule
  • Zahnextraktionen. Die zum Teil benötigte massive Kraft um einen Zahn zu ziehen kann zu einer Verkeilung der Schädelknochen führen und weitreichende Folgen wie z.B. Neuralgien nach sich ziehen.
  • Kieferorthopädische Behandlungen (Zahnklammern) können bei schon bestehenden Faktoren Probleme verstärken oder auslösen
    (eine osteopathische Einschätzung kann Folgen einer Spannungserhöhung durch Klammern wesentlich verbessern z.B. Kopf- oder Rückenbeschwerden

Welche Symptome können im Zusammenhang mit Craniosacralen Strukturen stehen?

  • Immer wiederkehrende Gelenkblockierungen
  • Kopfschmerzen, Migräne
  • Konzentrationsschwierigkeiten
  • Vegetative Symptome (Müdigkeit, Nervosität, Schwitzen, Frieren)
  • Schlafstörungen
  • Hyperaktivität (bei Kindern ADS-Syndrom)
  • KISS-Syndrom
  • Depressionen
  • Gelenkschmerzen
  • Hormonelle Dysregulationen (z.B. unregelmäßiger Menstruationszyklus, zu frühes Klimakterium)

Wie wird Craniosacral behandelt?

z.B. nimmt der Therapeut den Kopf in beide Hände und bestimmt die Qualität des Gewebes. Er kann sich dabei auf den Gesamteindruck des Körpers konzentrieren oder bestimmte zusammenhängende Strukturen in ihrer Tastqualität oder Bewegungsverhalten einschätzen. Ein zentrales Kriterium ist der Ausdruck, die Qualität des Craniosacralen Rhythmus, der durch eine dem Gewebe innewohnende Bewegung ausgelöst wird.
Die Bewegung hat ihren Ausgangspunkt in der embryologischen Zellenentwicklung. (Bisher ist es noch nicht gelungen diesen Rhythmus wissenschaftlich zu beweisen. Durch eine übereinstimmende fundierte Ausbildung und viel Erfahrung ist es jedoch möglich eine gemeinsame Grundlage in der osteopathischen Anwendungsweise zu schaffen.)